Wochenbericht 47 – Halbmarathon oder ach komm der Berg geht noch

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Woche 47
47 Wochen – 329 Tage
Höchstgewicht – 160 Kilo
Start 4 April 2017 – 125,8 Kilo
Heute  27 Februar –  79,9 Kilo

pamm. 1.4 Kilo mehr als letzte Woche.
Ja, danke auch Waage und Muskelkater.
Moment: Muskelkater?
Jawoll, den schlimmsten meines Lebens. Ich habe meine verlorene Challenge gegen Remo eingelöst und bin wie abgemacht einen Halbmarathon marschiert bzw 22 Kilometer.
Und heute ist das auch schon mein einziges Thema, da ich wirklich ziemlich gefrustet bin das ich sage und schreibe seit Samstag 2 Kilo zugenommen habe.

Aber nun von vorne, Remo und ich hatten am 1 Februar eine Challenge begonnen wer zuerst 5% seines Körpergewichts abgenommen hat und Remo schaffte das wortwörtlich einige Stunden vor mir und somit stand der HM an für mich.
Da ich ja einiges an Cardio und Ausdauertraining gemacht habe in den letzten Monaten sah ich darin nicht wirklich ein Problem.
(guter Scherz)
Und Samstag Morgen habe ich mir die Laufschuhe angezogen und dachte: Ich bin dann mal weg^^
Mein Mann ist mitgekommen, er läuft den Spaß ja sonst und ging ziemlich gechilled neben mir her.
Well, gechilled ist das richtige Wort, die ersten Kilometer waren easy peasy und mir wurde auch warm, dann dachte das irische Wetter allerdings: Wir wollen es ihr nicht leicht machen und ein kalter Wind legte los und die Temperatur droppte je höher wir auf der Pass Straße kamen. 
Das Stichwort ist: „Je höher“. Denn unsere Route war schon recht steigend.
Ich wollte unbedingt eine Pace unter 10 Minuten gehen und deshalb nahm ich jedes noch so kleinste Gefälle im Laufschritt.
Nach 10 Kilometer ging es mir wie erwartet immer noch prima und dann kamen wir an den “ Scheideweg“. Die Ursprungsroute wäre nun am Mount Gabriel vorbei gekurvt und zurück über Ballydehob abwärts nach Hause.
Und da packte mich Ehrgeiz (andere nenne es vielleicht Wahnsinn) und ich wollte hoch auf den Berg über die Serpentinenstraße.
Ja, echt gut gemacht Anja, bin stolz auf dich… no.
Spätestens nach 500 Metern zweifelte ich bereits an meinem Verstand und  keuchte wie eine Dampfwalze im nun wirklich eisigen Wind nach oben unter den wachsamen Augen von vielen Schafen. Beruhigend war, das auch mein Mann anmerkte, das es doch „ziemlich steil“ sei.
Eigentlich wollte ich oben angekommen, toll posen für Fotos und die Aussicht genießen, die Realität sah anders aus. Ich kam oben an, hab einmal durchgeschnauft und habe dann fluchtartig diesen vermaledeiten Mt. Gabriel verlassen und bin wieder runter gedüst. Soweit man das düsen nennen konnte.
Meine Oberschenkel konnten sich nicht entscheiden, wie Feuer zu brennen oder abzufrieren. Meine Waden ebenso und irgendwann bei Kilometer 16 begann meine Lendenwirbelsäule SoS zu senden und nachfragen an mein Hirn zu stellen ob ich noch ganz sauber im Kopf sei.
Soviel zu meiner Kondition.
Luft und Atem war ja kein Problem, aber meine Muskeln sahen das ganz anders.
Wir sind dann auch nicht die noch längere Kurve nach Hause sondern tatsächlich an der Straße entlang auf dem kürzesten der langen Wege zurück. Circa 1 Kilometer vor unserer Haustür war ich soweit, dass ich mich vor jedes vorbeikommende Auto geworfen hätte um mitgenommen zu werden.
Leider kam keines vorbei, Nachteile des Landlebens.
Ich war ein Eiszapfen, ich war Schmerz und ich war alles andere als stolz sondern einfach nur froh das es vorbei war.
Mit Müh und Not habe ich mich noch aus bzw umgezogen und dann auf die Couch mit Wärmflasche und Körnerkissen.
Meine gefühlt letzten Worte zu meinem Mann waren:
Wenn ich jemals nochmal davon rede einen Halbmarathon zu machen schlag mir bitte ne Axt in den Rücken.
Ich werde nie ein Läufer oder Weitgeher und das wird niemals mein Sport. NIEMALS.
Das war definitiv eine: Once in a Lifetime Experience.
oder:
Kann man halt mal machen is aber dann Scheiße, Erfahrung.

Fazit nach 4 Tagen:
Mittlerweile bin ich stolz.
Ich bin 51 und vor 10 Monaten konnte ich 500 Meter humpeln und nichtmals gehen.
Ich habe mich bekämpft und das erfolgreich.
Ich habe immer noch Muskelkater und seit  Samstag von meinen tollen 77,9 Kilo – 2 Kilo drauf gepackt an Wassereinlagerungen.
Das ist schlimmer als Muskelkater.

Metafazit:
Wenn ich das kann, könnt ihr das auch!
Ich meine damit weniger nen Halbmarathon oder irgendwas spezifisches, sondern diesen dreckigen faulen Schweinehund besiegen.
Und ja ich weiß jeder hat andere Grundvorraussetzungen, aber ehrlich, wenn ihr nicht todsterbenskrank seit hört auf mit Ausreden warum man was nicht machen kann sondern legt los, geht mal an eure grenzen und auch den kleinen Schritt drüber. Ja, übertreibt es ruhig, kassiert das vielleicht muskelkatrige Rresultat dafür und wisst ihr könnt wenn ihr nur wollt.
Gestern ist Vergangenheit die wir nicht ändern können.
Morgen ist Zukunft die wir nicht kennen.
Heute ist der richtige Zeitpunkt Dinge zu schaffen.

Alter, ich höre mich an wie so ein Prediger. Haha.
Aber ich meine es ernst, aufrichtig und ja vielleicht führe ich Selbstgespräche aber vielleicht hört auch jemand zu und sagt das eine mal mehr Ja zu sich als Nein.

In diesem Sinne und hoffentlich bis zu einer neuen Abnahme nächste Woche
Eure Anja
Und noch ein paar Bildchen hier unten vom Marathon.

4 KOMMENTARE

  1. du hast das so gut geschrieben…schmunzel schmunzel. Aber du kannst echt stolz auf dich sein, denn du hast deinen inneren Schweinehund besiegt. bravissima!!!!!!!
    Tanti saluti annamaria alias anna_metabolic 😉

    • danke liebe annamaria <3
      wir weiber sind schon kleine kämpfernaturen.
      wann kommst du vorbei für mich so wunderbar italienisch zu bekochen <3
      anja

        • haha sie hatte sie ja schon gut verlassen die kleine bodenbitch, aber ja da hast du recht.. warten wir lieber noch bisschen aber dannnnn!!!

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