Wochenbericht 22 – Anfang und Ziele

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Woche 22
22 Wochen – 154 Tage
Start 4 April – 125,8 Kilo
Heute 5 September – 90,9 Kilo

Da ist was ganz erstaunliches passiert, ich bin unter die 90 Kilo geflutscht und auch natürlich passend zum heutigen Tag wieder mit einem Hochwasserstand drüber.;)
Was ein Gefühl, noch im April hätte ich nicht mal an die unter 100 zu denken gewagt, obwohl ich mir von Beginn an sicher war, dass ich es diesmal, ja diesmal!, wirklich durchziehe. Dennoch war alles wirklich meilenweit weg. 
Was diese Woche noch geschah? Ich habe gestern eine Klamottenlieferung bekommen und ich trage nun 44 bzw L in Oberteilen und auch manchen Hosen.
Mein Kopf kommt irgendwie nicht mehr so ganz hinterher. Ich traue mich immer noch nicht, wie vor 2 Wochen in Cork geschehen, in einen Only Shop, weil ich denke, da wird es nix für mich geben und ich werde doof angeschaut.
Diesmal habe ich gleich zwei Teile von Only bzw Vero Moda bestellt und behalten.
Meine Wahrnehmung ist zwar mittlerweile angepasst, ich ahne welche Größe mir passen könnte, ich weiß ich habe abgenommen, ich weiß ich kann es eigentlich wagen. Aber mein Verhalten oder meine Überraschung wenn etwas passt zeigt mir das ich gefühlsmäßig wirklich von Selbstverständlichkeit im Umgang mit mir noch nicht nach komme.

Mein heutiges Thema ist : Anfang und Ziele

Vor ein paar Wochen schlug Melanie auf Facebook mal vor, ich solle doch mal darüber schreiben wie es bei mir diesmal angefangen hat, wie es klick machte und wie ich dann loslegte.
Ich habe echt überlegt was ich darüber schreiben könnte, mir viel da gar nicht was großartiges ein. Sie meinte es könne ihr vielleicht helfen auch wieder einen Anfang zu finden, also werde ich einfach mal berichten vom April und von kurz vorher.
Am ersten April hörte ich ja mit dem Rauchen auf, das fiel mir diesmal gar nicht so sonderlich schwer. Ich wollte das ja bereits am 1 Januar machen aber da scheiterte ich bereits in der Silvesternacht.
Nun seit 4 April zähle ich mich zu den Nichtrauchern, obwohl ich mich wenn rauchender Besuch ( alle paar Monate ) da ist, durchaus dazu hinreißen lasse ein paar Zigaretten mit zu rauchen. Ich brauche allerdings keine Zigaretten mehr, ich vermisse sie nur sehr selten und wenn ich rauche, dann weil es mir in dem Moment einfach Freude macht und das Gesundheitsrisiko gehe ich dann auch ein.
Ich hatte vor zig Jahren schon einmal aufgehört zu rauchen, und das auch viele Jahre durchgehalten allerdings habe ich damals eine Ersatzdroge herbeigezogen: Kakao mit Sahne… Ich muss nicht erklären wie sich das auf der Waage auswirkte.

Im April hatte ich zwar nicht das dringende Bedürfnis nach Schokolade aber, stets im Unterbewusstsein vorhanden, das dringende Bedürfnis Gewicht zu verlieren.
Ihr kennt das vielleicht, ihr Ex Dicken und ihr Immer noch Dicken. Ganz hinten im Kopf ist immer diese kleine Stimme, die dich daran erinnert das du zu fett bist.
Bei mir auf jeden Fall war sie immer präsent, täglich. Es verging nicht ein einziger Tag an dem ich nicht einige Sekunden, Minuten und manchmal leider auch länger damit konfrontiert war das ich fett bin. 
Zurück zum April, ich hatte einiges an Motivation aktiviert, weil ich aufhörte mit dem Rauchen und ich fühlte mich auch tough genug das dieses mal nicht mit Essen zu kompensieren. Mir wurde bewusst, das alleine genügt ja eigentlich nicht, da sind ja noch die 60 Kilo zuviel auf den Rippen anwesend, die, die sich um meine Raucherlunge drumrum schmiegen.
Dann sah ich auch noch einen Bericht auf Facebook über das Buch Fettlogik überwinden, einen Erfolgsbericht. Ich las also das Buch, es war ok, es ist nicht für mich eine Bibel wie für viele, es hat mir auch nur ganz wenig neues erzählt, aber es hat Ehrgeiz in mir aktiviert, denn was mich am meisten faszinierte war der Erfolg der Autorin selbst, so wie einige ihrer Leser/innen die sie auf FB vorstellte.
Das war und ist schon immer ein adäquates Mittel gewesen um mich zu motivieren. Anderer Leute Erfolgsgeschichten, mein innerer Schweinehund war gechallanged. Was die kann und was die können, kann ich auch.
Ich bin niemand der sich in kleinen Häppchen einem Anfang nähert, so wie ich meinen Tabak mit Papier und Zubehör einfach in den Müll geschmissen habe und andere dann eher so: Ach ne das war doch teuer, erstmal wegrauchen.. sind.
So schafft man keinen Anfang!
Bei mir musste es radikal sein. Aus den Augen aus dem Sinn.
Zu oft habe ich gedacht: Ach ich müsste, ach ich wollte doch, wenn ich bloß würde..
Immer und immer wieder.
Bequeme Kompromisse geschaffen und fabelhafte Ausreden geschustert.
Also Stand ich da mit meinem Elan und fragte mich natürlich wie fange ich an.
Wie mache ich das mit meinem Mann und seinem Essen, und  welche Hilfsmittel brauche ich. Ich wollte Kalorien zählen.
Ich suchte mir eine Webseite und keine App auf der ich meine Nahrung eintragen konnte. Ich errechnete mir was mein Grundumsatz, Leistungsumsatz und Gesamtumsatz sind. Ich nahm mir von allem das geringste an Kalorienzahl, wenn es Schwankungen bei unterschiedlichen Rechnern gab.
Ich schaffte mir eine Basis.
Ich wusste xxx Kalorien verbrauche ich beim dumm rumsitzen am Tag, ich wusste ich werde versuchen mit um die 500 kcal am Tag wenigstens die ersten Wochen durch zuziehen, ich hatte eine Webseite die mir Kalorien der Nahrungsmittel berechnete, mittlerweile auch die dazu passende App, ich hatte Sportgeräte, ich bestellte eine neue Waage, kaufte kleine Gewichte, Terraband.
Ich nahm mir vor mich zu öffnen und Facebook zu missbrauchen als meine Motivationsquelle und Basis täglicher Routinen.
Ich sagte meinem Mann: Ich werde ab heute Kalorien zählen, ich kann dir noch kochen aber wenn du was bestimmtes willst musst du mir das sagen, weil ich nur noch auf mein Essen.
Und dann gings los.
Waage: 125.8 Kilo – nicht schockierend weil ich noch vier Wochen vorher fast 130 hatte.. von daher.
Von meiner Tochter hatte ich ihr altes I Phone bekommen und das erste „Daily Selfie“ musste ran.
Dann folgte mein Outingposting mit Selfie und Gewichtsangabe auf Facebook.
Die Resonanz war durchweg positiv und es hat mich erleichtert, erfreut und unterstützt.
Mein Mann, stand an Tag 3 in der Küche neben mir mit dem Handy in der Hand und tippte etwas ein und ich fragte ihn was machst du da? Und er meinte mein Essen eintragen, ich mach das nun auch.
(Ich liebe dich Kai)
Die 500 kcal täglich waren nach 2 Tagen schon Geschichte, das ging einfach gar nicht für mich. Ich wollte eine Kalorienbudget finden mit dem ich Freude am Essen haben kann und abnehme. Ich pendelte mich auf unter 800 Kalorien ein und das behielt ich auch die ersten 26 Kilo so bei.
Ich habe tägliche Routinen eingebaut, posten meines Gewichtes, Daily Selfie, eintragen meines Gewichts in eine Kurve, Sport, Essenszubereitung und wichtig, schönes anrichten.
Und ich habe mir ein Ziel gesetzt, was von einigen belächelt wurde und das auch zurecht.
Heiligabend 65,9 Kilo wiegen.
Also 60 Kilo weniger.
Ich habe das heute immer noch als Ziel obwohl ich weiß das es kaum zu schaffen sein wird.
Aber ich finde große, hart zu erreichende Ziele wichtig!
Kleine Ziele, Miniziele,  sind einfach zu angenehm und verlocken zu sehr genau dort anzuhalten.
Oh die ersten 5 Kilo von abzunehmenden 60 sind geschafft. Dann mal fix ein Päuschen #habenwirunsjaverdient.
Oh mein BMI ist um 2 gesunken, lass feiern und ausruhen.
Yes, ich bin von Kleidergröße 56 auf 54 geschrumpft, die Woche fällt Sport mal aus.

Ich bin eine großes Ziel Verfolgerin und nehme kleine Eckpunkte freudig hin.
Ich freue mich und feiere mich für jeden 10er der fällt, ich freue mich für jede neue kleinere Adipositasstufe und auch für kleinere Kleidergrößen. Das bringt meinem Tag ein Dauerlächeln ein und meinem Ehrgeiz Antrieb. Ich nenne das aber nicht Ziele oder Zwischenziele. Es sind keine Verschnaufpausen und keine Chillout Areas.
Es passiert und der Tag geht weiter wie gewohnt, denn es gibt nur ein Ziel und das heißt: 65,9 Kilo.
Wie oft ich vorher hängen geblieben bin an einem der Zwischenziele und mich freudig selbst gelobt habe, dass ich ja immerhin  schon was geschafft hatte.
Und wie oft es danach einfach nicht mehr weiterging.

Ich habe als ich begonnen hatte, ausgerechnet wie ich abnehme. Ich liebe ausrechnen von allen möglichen Varianten. Also sagte ich mir ich kann am Tag locker 1400-1500 Kalorien am Anfang einsparen, dass wären dann so und soviel Kilo in so und soviel Tagen. Ab einem gewissen niedrigeren Gewicht wäre ich dann bei nur noch 1000 eingesparten und xyz an Abnahme wöchentlich. Und so habe ich mir das in meinen Kalender eingetragen. Den ganzen langen Weg bis zu Heiligabend.
Mittlerweile bin ich so auf Augenhöhe mit meinem Kalender. Zu Beginn ging es viel schneller als erwartet und nun fängt es an langsamer zu werden. Aber auch dieses ausrechnen, dieses planen und überlegen was man macht wenn man wirklich nur noch so und soviel Kilo wiegt, sind Teil meines Anfanges, Weges und Ziels.
Es macht mir Spaß ,das ich weiß ich werde mich sowas von tätowieren lassen wenn ich fertig bin und ich irgendwo noch Haut habe die es zulässt^^ und vorrausgesetzt ich es dann noch möchte. Ich freue mich auf richtig geile Klamotten und ein , zwei, drei exzessive Shoppingausflüge. Ich freue mich neben meiner Tochter zu stehen und nicht mehr die dicke Mama zu sein sondern die schlanke Mama.

Ziele, Visionen, Motivation.

Wenn du dich schwer tust, einen Anfang zu finden oder nun auf halber Strecke bist und Trouble hast dabei zu bleiben: Visualisiere was dir wichtig ist, warum du das machst, was sich für dich ändern würde wenn du normalgewichtig wärst.  Setze dir Ziele die unerreichbar erscheinen, in diesem Moment, aber die dich einfach glücklich machen würden.
Und wenn es wäre in eine Hose Größe 42 zu passen oder unter 50 oder gar eine 38.
Wenn es ein gewisses absolute Traumgewicht wäre, egal wie weit es weg ist. Schreibe es dir auf, markiere dir einen Tag Rot im Kalender, kaufe dir einen Wandkalender und hänge ihn auf und sage dir, immer wieder, ich schaffe es! Dieses mal schaffe ich es!
Verschiebe es nicht, unsere Tage sind zu wertvoll um sie mit : vielleicht morgen, heute nicht, eventuell… zu vergeuden.
Jeden Tag den du früher beginnst bist du früher fertig.

Eure Anja

3 KOMMENTARE

  1. Oh liebe Anja 😘 danke für den tollen Bericht … Du hast mich wieder mal voll getroffen mit deinen Worten habe selber gerade so eine kriese nicht sehr groß aber für mich schon etwas beängstigend … Das hast du so schön geschrieben … DANKE … Ich freu mich so sehr dich mit 65 Kilo zu sehen 😃 vielleicht ja auch mal real auf 1 oder 2 oder 3 Flaschen Sekt 🍸🍸🍸 😅😅😅😎😎😎 liebe Grüße Sandra

    • du hast oben als Inhr gepostet, danke und ja vielleicht mal für 1-2-3 Flaschen Sekt kicher <3
      und klar weiß ich wer du bist. Wo Sandra dransteht oder am Ende steht kann nur Sandra drin sein.
      Juhu, Anja

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