Wochenbericht 17 – FAQ

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Woche 17
17 Wochen – 119 Tage
Start 4 April – 125,8 Kilo
Heute 1 August – 95,8 Kilo

Ja es ist passiert, trotz eines wirklich schlechten Juli sind die 30 Kilo minus seit April geschafft.
Visualisiere ich mir das mal:
30 Kilo sind 120 Päckchen Butter.
Einmal Sam 🙂 Die ich kaum hochgehoben bekomme <3
30 abgenommene Kilo sind 210.000 eingesparte Kalorien oder 233,333333 nicht gegessene Pizzen oder 350 liegengelassene Tafel Schokolade.
Ok, Ok es genügt, die nächste Veranschaulichung gibt es dann in ein paar Wochen.

Wochenthema ist:
Wir müssen reden !

Je mehr meine  Pfunde fallen und/oder je länger ich auf meiner „weniger ist mehr“ Mission unterwegs bin um so mehr Bekannte, Fremde, Vertraute fragen hier und da an, wie ich was mache. Eigentlich habe ich das schon vieles beschrieben und auch hier auf der Seite recht ausführlich meinen Senf zu mir und dem wie, was, warum gegeben. Dennoch scheinen ein paar Fragen zu beschäftigen und wie immer auch noch Vorurteile oder merkwürdige Thesen was mit mir passiert oder passieren wird, mit denen ich gerne nochmal ein bisschen aufräumen möchte.

Isst du wirklich immer nur weniger als 800 Kalorien?
Nö, nicht immer! Ich habe seit 4 April ohne nun genau nachzuschauen cirka 10 Mal von den 119 Tagen mehr gegessen als 799 Kalorien und 3 mal waren es knapp über 1000 davon. Ich hatte im Mai und auch im Juli lieben Besuch und da musste das ein oder andere Glas Sekt geschlürft werden. Der Alkohol hat mich also dahin gerafft, dennoch habe ich noch nie bis zu meinem Gesamtumsatz geschweige denn darüber gegessen /getrunken seit 4 April. Mittlerweile seit ich unter 100 Kilo bin würde ich mir sogar ein Budget bis 900 Kalorien erlauben, komme aber momentan einfach noch prima mit meinen 799 hin.
Plan war eh unter 100 langsam wieder zu steigern, weil auch mein Sportpensum mit leichterem Gewicht intensiver wird.

Also wie machst du das nur? Ich würde verhungern!
Augenscheinlich verhungere ich nicht und „DU“ würdest es wohl auch nicht.
Ich komme von der Vielfreßfraktion (ich wäre ein tolles AlbTraumfresserchen geworden).
Sprich ich konnte selbst bei richtig großen Mahlzeiten mit viel Volumen kaum mehr ein Sättigungs- oder ein anhaltendes Sättigungsgefühl erzeugen.
Die ersten 1-2 Wochen waren daher echt hart, da sich meine Portionen drastisch verkleinert haben und vor allem verändert durch den weitestgehendsten Verzicht meiner Haupternährungsbestandteile: Brot, Brot, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot,Brot, Teig in jeder Form…
Doch unser Magen ist ja ein schicker aktiver Muskel und so wie er ausgedehnt war so hat er sich auch wieder zusammengezogen. Durch die arge Einschränkung von „toten“ (also Weißmehl, Zucker und co) Kohlehydraten war auch mein Heißhunger und die Gelüste schnell Geschichte. Und heute weiß ich wieder wann ich wirklich Hunger habe!

Aber woran merke ich, dass ich Hunger habe und nicht nur Gelüste?
Ganz einfach frag dich wenn du denkst das du Hunger hast, ob du nun aufstehen wirst zur Obstschale oder zum Kühlschrank gehen wirst um einen Apfel bzw eine Karotte zu essen.
Wenn du wirklich Hunger hast wirst du das machen (und kannst du auch).
Wenn du wie ich so oft denkst: Och neeeee, nen Apfel? Ich habe doch Hunger auf ein Salamibrötchen oder nen Schokoriegel! Hast du dir die Frage schon selbst beantwortet.

Also ich wollte nicht monatelang so komische Sachen essen wie du
Öhm, ja. Bei dem Satz musste ich mal kurz schlucken und mich fragen was zum Henker denken manche Leute was ich esse oder nicht esse?
Ich esse keine komischen Sachen, glaub ich zumindest, ehm, nein, bin ich mir sicher.
Ich esse allerdings nichts mehr, was mich wie die, die solche Fragen stellen, jammern lässt wie dringend ich abnehmen müsste.
Sollte mittlerweile klar sein, das ich Weißmehlprodukte und Industrie Zucker vermeide, Mehlprodukte allgemein auch Vollwertige oder Alternativen wie Kichererbsenmehl, Mandelmehl, Kokosmehl nur sehr begrenzt zu mir nehme. Alkohol vermeide ich auch bis auf wenige Ausnahmen, wer gerne abendlich trinkt wird sich halt wohl oder übel damit abfinden müssen das er je hochprozentiger es wird auch kalorischer den Tag endet. Die Leber findet das übrigens auch sehr schick, sie wird nämlich anstatt sich um euren Fett Abbau zu kümmern lieber erstmal besaufen am Alkoholabbau. Süßigkeiten mache ich selbst oder esse sie auch nur sehr sehr selten.
Ansonsten esse ich alles worauf ich Lust habe. Siehe nächsten Satz.

Mir hängt mein Joghurt jeden Morgen und mein Salat so zum Hals raus
Ständig das gleiche zu essen würde mir auch zum Hals raus hängen.
Ich habe hier auf der Seite einige Essensbeispiele bebildert. Abwechslung muss sein.Liebe zum Essen, Genuss ! Für mich ist das der Schlüssel zum Durchhalten.
Ohne Genuss keine Ausdauer beim Abnehmen.
Daher kommt für mich auch keinerlei Diät mehr in Frage, die mich in dem was oder wann ich essen darf einschränkt.
Ich esse ausschließlich wenn ich Hunger habe und nicht wenn es 12 Uhr Mittags ist oder 18 Uhr Abends..
Ich esse ausschließlich worauf ich wirklich Appetit habe, ich esse nicht irgendwas nur weil es wenig Kalorien hat oder „gesund“ ist.
Ich bereite mir mein Essen mit Liebe zu und richte es mir meistens auch entsprechend lecker an.

Wiegst du wirklich alles ab?
Nein!
Ich wiege mich und meine Nahrung ab. Meinen Mann, meine Pflanzen… ach quatsch 🙂
Ich wiege tatsächlich keine Gewürze, Essig und auch meine „nebenbei Nüsse und Mandeln“ nicht ab.
Alles andere ja. Wobei ich sagen muss das ich mittlerweile in vielen Dingen Routine habe, ich weiß wieviel meine medium großen Eier wiegen, wieviel nur das Eiweiß,  oder eine Cocktailtomate, ein Apfel etc.. Da wiege ich häufiger nicht mehr ab.
Ich habe auch nicht vor bis ans Ende meiner Tage mein Essen abzuwiegen, aber es gibt mir eine Sicherheit die ich schätze und das Eintragen meiner Nahrung und das Gewicht/Kalorien einen guten Überblick über meinen Tag.

Wenn ich dich stöhnen lese und wie enttäuscht/traurig/sauer du bist wenn die Waage mal nicht nach unten geht, denk ich mir auch ab und an: Oh man! Lass deinem Körper mal Zeit
Klarstellung: Ich stöhne und jammere und bin auch mal enttäuscht wenn meine Waage morgens nicht den erhofften Verlust anzeigt obwohl ich viel gemacht habe.
Ja, mache ich und werde ich auch weiterhin machen. Manchmal nach einigen Tagen Stillstand oder gar Zunahme, bin ich auch wirklich genervt und ich teile das nun mal auch in den Social Media mit,  ebenso wie all das positive was ich erlebe.
Meinem Körper lasse ich Zeit, wenn ich denke das es passt oder glaube er braucht sie.
Ich mache das hier nicht für alle paar Tage zu sagen: Ach nun nehme ich mir mal ne Auszeit damit mein Körper hinterher kommt.
Wenn er schlapp macht, kann ich mich immer noch mit ihm hinlegen.
Ansonsten bestimmt der Waagegang morgens nicht meine Laune für den Tag, maximal die Stunde danach in der ich reflektiere warum es ist wie es ist.

Du bist viel zu hart zu dir
Wo warst du um mir das zu sagen als ich mich krank gefressen habe?

Wie motivierst du dich nur, ich habe oft damit zu kämpfen, durchzuhalten!
Ich habe dazu auch schon mal einen Wochenbericht geschrieben, bitte mal nachlesen <3 Ansonsten:
Ich motiviere mich durch meinen Erfolg, jeder Kilo weniger motiviert mich zum nächsten.
Ich motiviere mich durch mein Ziel und was ich alles hübsches anziehen kann und werde.
Ich motiviere mich durch andere Erfolgstories und Bilder – was die konnte schaffe ich auch!
Ich motiviere mich durch die, die meinen Weg verfolgen und mich auch virtuell unterstützen und durch den Druck den ich mit meiner Offenheit für mich selbst aufbaue.
Ich feiere wenn ich einen Tag beendet habe und finde es klasse und bin stolz wenn ich Nein zu der Versuchung gesagt habe. Es fühlt sich gut und richtig an.
Frag dich warum du abnehmen willst in deinen schwachen Momenten und stelle dir dich am Ziel angekommen vor. Das motiviert <3

Welchen Fitnesstracker, Uhr, Schrittezähler etc. benutzt du?
Keinen.
Ich nutze Runtastic App allerdings ausschließlich um meine Aktivitäten und NICHT meine verbrauchten Kalorien zu tracken.

Aber mit so einer Uhr weißt du genau was du verbraucht hast!
Oh, du meinst wie neulich bei Instagram gelesen von einer Fitbit Userin:
Ich habe heute 3400 Kalorien verbraucht! Yeah, ich esse nun noch ne Pizza die ist locker drin mit einem Screenshot ihres Displays.
Auf meine Frage was sie den Tag gemacht hätte um diese Zahl zu erreichen antworte sie:
Sie sei 12000 Schritte gegangen. Ansonsten habe sie nur nen Bürojob.
Ich habe dazu nichts mehr geschrieben, aber mir wurde klar warum sie so schlecht abnimmt. Die Frau wiegt einiges weniger als ich und hatte fast mein Alter somit ist ihr Grundumsatz auch einiges geringer als meiner.
Wenn ich 120 Minuten wirklich anstrengenden Sport mache und nebenbei normal hier meinen Haushalt und co komme ich maximal auf einen Verbrauch von 2700-2800 Kalorien.
3400 sind einfach völlig aus der Luft gegriffen.
Das soll nicht heißen, dass alle Tracker unzuverlässig sind oder Mist aber es soll heißen verlasst euch nicht zu 100% darauf, reflektiert und lest mal nach und vergleicht ob es wirklich so ist wie es euch angezeigt wird.

Was ist der Unterschied zwischen einem festen Kalorienbudget wie bei dir oder wenn ich einfach sage ich mache jeden Tag zb. 1000 Kalorien Defizit ?
Der Unterschied liegt darin, dass die Gefahr dich zu bescheißen soviel geringer ist.
Beispiel:
Wenn du dir vornimmst am Tag zb. maximal 1000 Kalorien zu dir zu nehmen, deine Kalorien trackst und auch dank diverser Berechnung weißt, dass du bei deinem derzeitigen Gewicht /Alter/Geschlecht und Tagesaktivität einen Gesamtumsatz von zb.
2000 Kalorien hast , weißt du ganz sicher, dass du jeden Tag 1000 Kalorien einsparst.
Egal was die Waage dir situativ sagt, nach einer Woche wird immer wieder 1 Kilo gefallen sein. Wenn du extra Bewegung, Sport etc einlegst, eher mehr, da das sozusagen ja ein Aktivitätsleckerchen ist.

Wenn du hingegen sagst ich will jeden Tag 1000 Kalorien einsparen, wird die Nummer eine andere, weil die Verlockungen groß werden.
Oh ein Eis!, kein Problem laut meinem Tracker/App muss ich für die 800 Kalorien + an Eis mit Sahne nur 1 Stunde aufs Laufband. Mach ich nachher gechilled beim fernsehen.
Oder: Hey wie cool ich bin heute 5000 Schritte mehr gegangen, da kann ich nun noch nen Teller Nudeln mit meinem Mann mitessen und hab trotzdem noch meine 1000 Kalorien Defizit.
Ihr versteht was ich meine, diese Verlockungen habe ich nicht. 
Ich esse meine Budget auf und wenn ich mehr Sport mache oder halt mehr Aktivität habe an einem Tag nehme ich halt mehr ab. Ich fange aber nicht an einzuschätzen wieviel Kalorien nun meine Schritte die ich ums Haus gegangen bin haben um das dann in Schokolade aufzuwiegen.

Ich kann nicht kochen, ich kann nichts zubereiten, darum kann ich das nicht machen
Wie ich sehe kannst du lesen und schreiben.
Jeder normale Supermarkt und Discounter bietet eine wirklich große Palette an Fertiggerichten an. Ganze Mahlzeiten, Snacks, Suppen, Vakuumverpacktes, Dosiges, Gefrorenes, Eingeschweißtes, Gekühltes und Haltbares.
Auf allen stehen Kalorienangaben. Auch auf allen Wurst und Käsesorten aus den Frischetheken. Kauft man beim Metzger muss man auf eine Webseiten oder Appangabe zur Kalorienhöhe vertrauen, das gleiche gilt beim Obst.
Es gibt mittlerweile  auch hochpreisigere Boxlieferanten, die für eine ganze Woche Fertiggerichte liefern, zum in der Mikrowelle erwärmen oder für die Gourmets als sous vide Beutel fürs Wasserbad. Das ist die kostenintensivere Methode.
Man muss nicht kochen können um gut zu essen, man muss übrigens auch nicht zwanghaft warm essen jeden Tag.

Wieso sagst du eigentlich immer das du keine Diät machst, du machst doch eine!
Nein, ich mache halt keine.
Eine Diät ist ein abgesteckter Zeitraum in dem ich mich gegen meine bisherigen Gewohnheiten verhalte und vor allem die irgendwann auch endet.
Die Nummer hab ich sowas von durch.
Über 30 Jahre fett sein, lässt einen wirklich wirklich einiges an DIÄTEN mit machen.
Was alles? Zitrone Cheyenne Fasten, Heilfasten, Slim Fast, Almaset, Atkins, Kohlsuppendiät, Dinnercanceling und gefühlte 1000 andere.
Der Erfolg: Ja manchmal da, manchmal auch eine Weile bleibend, aber auch nie anhaltende Änderung meiner völlig verqueren Essgewohnheiten.
Fazit: Mit einer Diät mag vielleicht der ein oder andere einen guten Einstieg finden zur dauerhaften Umstellung, oder aber jemand der wirklich nur 1-2 Kilo verlieren möchte wird mit  1-2 Wochen Shake trinken sein Lächeln wieder gewinnen.
Allerdings Fettleibige, die schon ewig mit ihrem Gewicht zu kämpfen haben, die fressen aus tausenden Gründen, zügellos und unkontrolliert werden nur weil sie 3 Wochen lang eine Diät machen oder auch von mir aus 5 Monate lang und dann am Ziel angelangen nicht schlank werden und bleiben. Weil mit Abschluss der Diät in der Regel die alten Gewohnheiten wieder einziehen können und auch oft dürfen.
Deshalb sage ich nein zur Diät aber Ja, zum Lifestyle ändern.
Und seit dem fühle ich mich wirklich gut, weil ich kein Ende habe und mein Tag nicht durch „du musst“ und „du darfst nicht“ bestimmt ist.
(OK – Ich muss nachher noch Sport machen*kicher*)

SO!
schön das wir mal drüber geredet haben 🙂

Wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, zum wie und was oder was ich über dies und jenes denke, kommentiert einfach hier. Ich werde jede einzelne aufgreifen <3
Aber aufgepasst, manchmal fallen die Antworten vielleicht nicht so angenehm aus wie erhofft.

Eure Anja


 

2 KOMMENTARE

    • Oh lieben dank Mia, was für Komplimente! Ich freue mich sehr und schnapp sie mir mit einem Lächeln in meinen regnerischen Tag.
      Liebe Grüße aus Irland
      Anja

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