Wochenbericht 15 – Selbstliebe

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Woche 15
15 Wochen – 105 Tage
Start 4 April – 125,8 Kilo
Heute 18 Juli – 97,9 Kilo

105 Tage, ja richtig 105 ! Nicht schlecht Fr. Millen 🙂
Ist doch cool wenn man seinen Wochenbericht gleich einmal mit Eigenlob beginnt.
Nein, im Ernst ich sehe mir die Zahlen an und kann gar nicht glauben wie schnell die Zeit vergeht und wie eingebunden ich in mein neues Leben bzw. Lebensweise bin.
Die letzte Woche war und ist auch in der kommenden Woche wirklich sehr hart.
Meine Tochter ist zu Besuch und alles wimmelt vor Verlockung. Ich habe zwar weiter abgenommen aber da ich diesen Wochenbericht ja einen Tag zurückschummeln muss, weil wir gestern den ganzen Tag auf Achse waren und am Abend ein Stromausfall über Stunden jegliches Uploaden zu nichte machte, kann ich euch vorauswissend sagen: Morgen hab ich 800 Gramm mehr. So what…

Heutiges Wochenthema ist: There is no fat in I am Anja
Wie oben bereits geschrieben, waren wir gestern den ganzen Tag unterwegs.
Es ging zum geplanten Shoppingtrip nach Cork.
Und wie sich herausstellte ein Reinfall auf ganzer Linie für mich.
Vor einigen Tagen lud ich ein Selfie hoch auf dem ich mich offiziell richtig toll fand. So optisch. Und das ist wirklich nicht einfach zu erreichen. Eigentlich finde ich immer Dinge oder alles an mir was mich nervt oder ich hässlich finde. Es ist von je her so gewesen.
Es fiel mir auch immer schon sehr viel einfacher hässliche Dinge die man mir sagte oder über mich sagte zu glauben und zu akzeptieren, als Komplimente freudig entgegen zu nehmen.
Selbstliebe – Fehlanzeige. Ja, ich weiß ich habe dieses Thema schon xmal aufgegriffen, aber es ist ein Dreh und Angelpunkt in Sachen Lebensfreude,  glücklich sein ohne Selbstliebe funktioniert einfach gar nicht.
Das ist auch kein Gejammer nun, es ist einfach wie es ist, wenn man liebevolle Gesten, Liebe anderer nicht annehmen kann ohne das sie vielleicht sogar Misstrauen in einem wecken, sollte man bei sich nachfragen ob man sich liebt.

Zurück zum Shoppen. Ich wusste ja bereits vor über einem Monat das meine Kleidergrößen schrumpfen und ich wollte mich nun einmal in der Normalgrößenabteilung umschauen. Allerdings bin ich immer noch nach so vielen Jahren völlig mit den Größen überfordert. Was in Plus Size 20 (zu deutsch 48 ) ist ist im Normalbereich irgendwas Nähe gefühlt Size Zero.
Und während ich von einem Kleiderkarussell zum nächsten tigerte, auf der Suche nach irgendwas was vielleicht passen könnte, stapelten sich auf dem Arm von meinem Mann und meiner Tochter die Klamotten.
Irgendwie desillusioniert bin ich dann wieder in die Plus Size Abteilung gewandert, meine Laune und meine Hoffnungen auf dem Tiefpunkt. Dort angekommen  habe ich mir einige Jeans in 46 /48 (Ich hatte im April noch 52/54) gepackt und in die Umkleide.
Tscha, klar bekam ich die zu und ja ist ja Stretch gewesen, und nochmal ja ich sah nicht nur Scheiße aus drin ich fühlte mich auch so.
Meine Beine Presswürste und mega fett,  und in der Taille (fuck the Taille wenn man endlich schmalere Beine will) stand die Jeans im Rücken nen halben Meter ab. Die Jeans? ne, alle Jeans.
Sport BH kaufen? keine Chance, es gab immer noch keine gescheite Auswahl meiner Größe und Wünschen entsprechend.
Mit was kam ich also nach Hause? Mit zwei kleinen Porzellanschälchen von Miss Etoile und dem Wissen wie fett ich immer noch bin.
Zu guter Schluss drehte mein Mann noch ein Video von mir und Miriam, was sehr lustig war, aber nur solange ich es nicht gesehen hatte.
So schlank ich mich bei meinen Daily Selfies fühlte, spätestens nun war das auch Geschichte, da hüpfte eine immer noch Frikadelle mit Beinen und Riesen Schneidezahnlücke quietschend durchs Bild.
Meine Gewichtszunahme um 800 gramm (morgen früh) macht es auch nicht besser.

STOP!
NOTBREMSE!
Wer bin ich?
Bin ich wirklich nur noch die Frau die dünn werden will? Sehe ich nur noch im Spiegel die Kilos die noch vor mir liegen aber nicht mehr was bereits hinter mir abgeworfen ist?
Wer bin ich eigentlich noch zwischen Kalorien zählen und Sport machen?
Bin ich noch da?

Ja <3

Ich bin eine lügenfreie Frau Münchhausen, ich ziehe mich an meinem eigenen Pferdeschwanz wieder aus dem Sumpf. Solche Depriphasen dürfen sein, sie müssen sein, sie erden mich und sie lassen mich neues testen und probieren.
Heute habe ich mich hingesetzt und losgekritzelt.
Wer bin ich, was macht mich aus, was liebe ich und was mag ich.
Nirgendwo auf dem Zettel den ihr oben seht, steht: Ich bin hässlich, ich bin fett, ich zähle Kalorien.
Ja da steht diszipliniert, aber das bin ich nicht nur  im Moment,  das bin ich bei allem was ich erreichen möchte. Und nein ich bin nicht wirklich ein Hypochonder im medizinischen Sinne, aber ich schieb schonmal gerne Panik wenn in oder an meinem Körper sich was nicht gesund anfühlt 🙂

In allem was ich bin und liebe kommt „Fett“ nicht vor.

Und das ist das was ich euch heute mitgeben will.
Ihr definiert euch nicht über eine Kleidergröße oder über euren Abnehmweg sondern über eure Stärken und natürlich auch Schwächen, über das was ihr liebt oder auch über das was ihr verabscheut. Auch wenn ihr am Ziel angekommen seid, werdet ihr immer noch das gleiche Aufschreiben wie heute wo ihr noch kämpft.
Klar wird auch die Selbstliebe einfacher wenn der Spiegel die erträumte Figur reflektiert und darauf arbeiten wir ja auch hart hin, aber auch auf dem Weg sollten wir uns freundlich gesonnen bleiben.

Seht heute das halb volle Glas Sekt und nicht das halb leere Glas.

Cheers
Eure Anja

 

2 KOMMENTARE

  1. Bukowski! Ich glaube, der Witz ist, wenn ich eine Anja-Grafik zeichnen würde, sie sähe bestimmt fast genauso aus. (Minus die Hypochondrie natürlich, da lerne ich ganz neue Seiten kennen.) Deine Kunst ist mir sehr nah und ganz präsent, und vor meinem inneren Auge sehe ich Dich immer mit Sam und Leah und Bones auf der grünen Insel. Ich bewundere sehr, wie reflektiert Du an das Ganze herangehst und auch wie Du nicht einfach immer alles beim Alten lässt. Egal ob es das Auswandern ist, das Abnehmen oder in der Kunst ständig Neues zu versuchen. Du sagst viel weniger „das kann ich eh nicht“ und „das probier ich gar nicht erst“ als die allermeisten anderen Menschen, davon bin ich überzeugt, und das ist sehr sehr toll – ganz abgesehen davon stimmt’s halt auch. Ja doch. Diese Wandelbarkeit (und der Mut dazu!) macht Dich für mich ganz entscheidend aus. <3

    • Liebe Jana, das werde ich mir sicher noch ein paar mal durchlesen. Es tut gut.
      Irgendwann wünsch ich mir die Zeichnung von dir <3 hihi
      Danke noch einmal an dich. Und nun schreib weiter an deinem Buch ich bin schon sooo gespannt.

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