Wochenbericht 14 – Reue oder machen

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Woche 14
14 Wochen – 98 Tage
Start 4 April – 125,8 Kilo
Heute 11 Juli – 99,8 Kilo

14 Wochen und es ist passiert – 26 Kilo in gut 3 Monaten, insgesamt – 60 Kilo und vor allem! UHU.
Unter hundert Kilo, ich bin zweistellig !
Hätte mir das einer im März gesagt hätte ich ihn ausgelacht. Ernsthaft.
Für mich war das im März noch völlig unvorstellbar.

Ich tu mich diesmal ganz schwer mit einem Wochenthema und Bericht.
Abgesehen davon, dass ich etwas im Stress bin mit Haushalt saubermachen und für den Besuch vorbereiten, musste ich mich heute auch einer kleinen optischen Veränderung unterziehen, die meinen Zeitplan noch mehr zunichte machte. Ich habe mir die Haare geschnitten und dann auch noch „ver“ färbt und dann das ganze wieder korrigiert.
Horror^^

Ich musste also erst 50 werden um mich zu trauen mir einen Undercut zu machen. Ich mochte das schon immer sehr, habe mich aber nie getraut. Heute Nacht träumte ich davon einen zu haben und heute Morgen war meine erste Tat die Haarschneidemaschine an den Akku zu hängen. Auf Facebook noch Meinungen eingeholt, allerdings war es eigentlich schon entschieden und dann : absäbel.

Ok, es scheint ich habe ein Thema gefunden:
Nichts bereut man am Ende so sehr wie die Dinge, die man nicht gemacht hat.

Undercut mit 50 und noch immer so dick wie ich? Wirklich? So lange Haare abrasieren?
Bei so ’nem runden Gesicht?
Ja Mann! JA!
Wenn du es willst, mach es.
Ich habe es gemacht, für manchen ist das wahrscheinlich kein großes Ding, für mich allerdings schon. Abrasieren hat schon etwas ziemlich brachiales, wenn dabei mindestens 50 cm Haare fallen.
Aber warum nicht? Nur weil ich alt bin?

Nächstes Projekt meine Wabbelhaut.
Zumindest die an den Oberarmen.
Ich habe mich sehr schwer getan am Anfang mit all den Schrumpeln, Lappen, kaputter Haut. So langsam wird es besser, nicht die Haut aber meine Einstellung und ich bewege mich von einer Operation weg. Zu Beginn meiner Abnahme stand das fast fest, das insbesondere meine Oberarme operiert werden irgendwann.
Heute denke ich etwas anders.
Ich hätte sie gerne tätowiert, wenn ich denn einen geilen Inker finde der sich an „ich muss alles straff ziehen“ Haut traut.
Ich habe mir schon ein paar ausgesucht und werde viel viel lieber mein Geld in Tattoos stecken anstatt in das Gesundheitsrisiko Operation Hautstraffung. Die Schwabbel werden nicht weniger durch das angemalte aber einiges cooler und schöner <3
Es bleibt spannend.
Ich wollte schon immer mehr Tattoos haben, aber nun ja irgendwas war immer- keine Kohle, keine Motividee, keine Zeit, kein Interesse.
Auch eines der Dinge die ich am Ende bereuen würde wenn ich es nicht machen werde. Also wird gespart.

Klamotten?
Ahhhhh, ich denke mal in 10-20 Kilo wird auch das ein ziemlich extremes Thema. Ich liebe ausgeflipptes Zeugs. Bisher war ich in Sack und Asche gehüllt und mein Kleiderschrank eher nicht existent. Wo Schlanke tonnenweise Shirts, Hosen, Kleider, Pullis hatten, bewegte sich bei mir alles im aller kleinsten Kreislauf zwischen vielleicht  zusammen 15-20 Kleidungsstücken. Natürlich habe ich mehr besessen, Verzweiflungskäufe bei unmodischen Dickenboutiquen und co. In denen ich halt noch fetter aussah alternativ älter alternativ hässlicher. Lagenlookmist der am Model in Kleidergröße 38 mega ausschaute und an mir eher gut saß und nu ja.. Gut aussehen: Nein.
Ich könnte mich Stunden über die mistige Modeindustrie austoben, die Dicken untersagt im bezahlbaren Rahmen modern und jugendlich gekleidet zu sein. Die es nicht schafft Jeans mit angenehmer Beinweite zu produzieren die nicht 1Meter in Größe 54 zu lang sind. Die es aber durchaus fertig bringen ein ganzes Arsenal an ärmellosen Shirts und Hotpants in Größe 60 auf die Verkaufsstangen zu hängen. Ist klar ! So wollen wir uns sehen und so wollen wir gesehen werden.
Nun ja mit mir nicht mehr. Ich habe alle Kleidung weggeworfen bis auf eine Jeans und eine zu große Jeans. Vielleicht noch 5 T-Shirts und einige Pullover. Ich habe auch keine Winterjacke oder Übergangsjacke mehr, ich will dieses Zeug was eh zu groß war nicht mehr. nein nein nein.
Alles wurde in einer Clothing Bank hier abgegeben und wird nach und nach neu gekauft. Ohne Kompromisse und vor allem ohne das ich mich frage ob ich zu alt für den Scheiß bin.

Ich habe vor 4 Jahren schon den Schritt gemacht etwas „nicht“ zu bereuen, in dem ich mit meinem Mann ausgewandert bin. Viele andere Schritte eröffnen sich mir nun wo ich schlanker werde, nicht nur weil ich es dann bin, sondern auch weil ich soviel mehr Lust drauf habe meine kleinen und größeren Träume zu verwirklichen. Und weil die ganze Welt die mich vielleicht erstarrt dabei beobachtet wie ich solche Dinge mache,  mal hintenrum kann.

Ich möchte euch ermutigen dazu, macht einfach. Wenn ihr in eine Pfütze springen wollt, macht es und wenn zig Leute euch an der Bushaltestelle dabei zusehen.
Wenn ihr den Wunsch nach einer optischen Veränderung habt aber denkt: oh je was sagt wohl XY dazu. Scheißt drauf! Mach es.
Ja, vielleicht geht einiges in die Hose aber wen interessiert es? Wäre es nicht wirklich viel trauriger nie zu wissen wie es gewesen wäre, das Gefühl, der Moment, das Leben?

Lasst euch nicht von 50 Kilo Übergewicht lahmlegen beim erfüllen eurer Träume.
Nehmt ab, werdet mit jedem Kilo das fällt freier. Verwirklicht euch.
Der Job kotzt euch derbe an? Sucht euch einen neuen, fangt mit 30 an neu zu lernen, oder mit 40 oder 50 oder…

Macht euch glücklich! Bitte

Es gibt immer einen Weg, so wie mit dem Abnehmen ist es mit dem Leben.
Man muss es nur wollen,
das Leben.

Habt am Ende nichts zu bereuen.

Eure Anja

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4 KOMMENTARE

  1. Danke Anja👍🏻👍🏻👍🏻 Wie immer toll geschrieben! Und herzlichen Glückwunsch zu der außergewöhnlichen Leistung💪🏼Und zu „UHU“👏🏻👏🏻👏🏻

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