Was ich von Cheat Days und ähnlichen Belohnungen halte

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Vorweg: Jeder wie er mag, ich verurteile nicht ich spiegle nur was für mich Cheat Days sind und wie ich sie bei mir empfinden würde wenn ich mich darauf einlasse!

Heute las ich auf Instagram wie eine junge Frau, die wirklich noch richtig viel abnehmen will und noch recht am Anfang ist, sich Kuchen „gönnte“.
Ein Bild in ihrem Abnehm Tagebuch Instagram davon postete und gleich dazu fragte:
Wie findet ihr Cheat Days? Man muss sich ja auch mal was gönnen, gell?
Sofort reagierten mindestens 5 andere Abnehmende mit:
Voll ok! Man sollte nie auf alles verzichten! Hau rein und gönn dir was!
und so weiter und so fort.

Ich nicht.
Ich finde Cheat Days sind so eine dumme Selbstverarsche und bei aller Liebe ich werde einen Teufel tun und jemand der noch 60 und mehr Kilo abnehmen möchte zum fressen von ungesunden Sachen zu ermuntern oder es ihm gleich tun.
Warum Cheat Days? Alleine schon der Name spricht Bände… Cheaten- Betrügen.
Um sich an einem Tag all das einzuverleiben worauf man eine ganze Woche verzichtet hat?
Oder besser gesagt sich Kalorien zu ergaunern, die man sich vorher mühevoll abtrainiert hat?  Für mich klingt das sehr viel mehr nach Shit Day

Das mag aber auch mit meiner ganzen Einstellung zur Ernährung zu tun haben.
Ich nehme ja derzeit (Stand 16 Juni 2017) seit 4 April 2017 unter 800 kcal zu mir.
Das mag vielen unverschämt wenig vor kommen, ist es auch ein Stück weit aber es ist halt nicht zu wenig.
Ich bin fit und ernähre mich gesünder und durchdachter als die letzten 30 Jahre , wahrscheinlich sogar als mein ganzes Leben.
Der Unterschied zu früher ist, ich habe mir bewusst vorher klar gemacht, dass ich nicht auf Kosten meines Genusses und der Freude am Essen abnehmen möchte.
Sprich: Ich esse was ich möchte.
Natürlich fange ich nicht mehr morgens mit 2 Weißbrötchen mit Butter und Salami und Nutella an, gefolgt von Nudeln in Sahnekäsesoße Mittags, einem leckeren Stück Kuchen zum Kaffee und Abends nochmal leckere Brote oder Pizza und Chips, Eis whatever…
Aber ich behalte mir vor all das zu essen wenn ich es möchte UND wenn es in mein Kalorien Budget passt.
Wenn ich ein Eis essen will, kaufe ich es mir einfach – ein Solero – 92 kcal oder mache es mir selbst. Wenn ich Chips essen will kaufe ich mir diese Minipacks Linsenchips Sour Cream- 91 kcal. Pizza? Kein Problem, Teig selbst gemacht, Tomatensoße drauf, Hühnchen, Pilze, Mozzarella Light, Zwiebeln – unter 400kcal.
Manchmal müssen andere Mahlzeiten dann leichter ausfallen aber letztendlich esse ich was ich und wie ich möchte. Und ich kompensiere nicht mit Sport. Ich sage nicht und niemals, ich esse nun etwas und gehe danach noch aufs Laufband um es wieder abzutrainieren. Sport ist meine Zusatzbelohnung zu meinem Defizit und nicht dazu da (für mich) mein gestörtes Essverhalten zu kompensieren.
Wenn Besuch kommt und die Flasche Sekt wird aufgemacht: 1 Glas Sekt mit 120 ml hat – 99 kcal. Und selbst wenn, das kam in 73 Tagen bei mir 3 mal vor, selbst wenn ich dann einmal über meine 799 kcal gehe und bei 900 kcal lande weil ich anstatt einem Glas  Sekt zwei oder gar drei getrunken habe, ist das ok und kein cheaten, es ist ehrlicher Genuss der mir nichts kaputt macht, mich nicht zurück wirft oder bereuen lässt und vor allem der mich nicht in alte Essgewohnheiten zurückdrängt.

Das ist der Schlüssel für mich beim Abnehmen, nicht quälen mit den immer gleichen langweiligen Speisen, kreativ werden, Freude an Zubereitung, Einkauf und essen haben
und wer keine Zeit hat zum selbst kochen. Leckere Fertiggerichte gibt es mittlerweile auch für den kleineren Geldbeutel und raus essen gehen bietet immer die Alternative auf Dickmacher zu verzichten und sei es nur das ich auf die Sättigungsbeilage verzichte.

Es ist nicht dieses “ Ahhh,ich mache jetzt was ganz dolles ich esse nun 1 Stück Sahnetorte zusätzlich und nachher kann ich auch gleich noch endlich die Oetker Pizza essen und dann auch juhu meine 5 Bounties und 3 Snickers.“ Und dann nenne ich dieses Beispiel an Diziplinlosigkeit Cheat Day, dann segnet man mir das auch ab oder zumindest ich selbst. Dann macht es auch gar nichts mehr aus, dass ich anstatt meinen errechneten 1200kcal, 4600kcal zu mir genommen habe und auch nicht, dass ich damit die letzten 3-4 Tage Defizit einfach komplett in die Tonne getreten habe.

Gleich zu setzen mit Cheat Days sind die „Belohnungsaktionen“.
Yeahhhh, endlich habe ich 5 Kilo weg! Das wird heute mal so richtig gefeiert, zur Feier des Tages gönne ich mir meine Lieblingslasagne von meinem Lieblingsitaliener mit meinem Lieblingswein und als Nachtisch mein Lieblingstiramisu und später dann zu Hause bedanke ich mich bei mir für meine tolle Leistung mit einer Schachtel Merci.
Da sag ich nur Gratulation! Genau die richtige Art und Weise sich für eine Abnehmleistung zu belohnen.
Viel Spaß  an den kommenden Tagen das wieder auszugleichen. Nein.

Könnten „wir“ mal aufhören uns mit Fressen und Leckerchen zu belohnen als seien wir Haustiere?
Warum belohnt man sich mit Essen einmal in der Woche anstatt mit einem Wellness Tag oder mit einem neuen Nagellack oder warum braucht man überhaupt eine Belohnung wenn man abnimmt?
Man bügelt doch nur den Mist gerade den man Jahre lang verbockt hat.
Da bekommt selbst „Stolz“ aufs Abnehmen sein einen echt faden Beigeschmack für mich.
Es ist ja nicht so als hätte ich ein tolles Haus mit meinen Händen gebaut.
Ich bin ja nur den Schaden am reparieren den ich verursacht habe.

In diesem Sinne, verliert niemals die Freude am Essen, ernährt euch nicht langweilig, experimentiert und richtet euer Essen auch für euch liebevoll an. Nehmt euch Zeit zum essen, esst nicht nebenbei und vor allem verzichtet nicht im Kleinen aber im Großen.
Eine kleine selbstgemachte Pizza mit 400 kcal braucht keinen Shit Day als Existenzberechtigung.

Eure Anja

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