Wochenbericht 9 -Waagenfreindin

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Pamm Wochenberichttime:

Wie bitte? Schon 9 Wochen vorbei?
9 Wochen – 62 Tage
Start 4 April – 125,8 Kilo
Heute 6 Juni – 107,8 Kilo

Immer wieder Dienstags quäle ich die, die es interessiert mit einem Wochenbericht.
Heute bereits der Achte (einmal habe ich frustausgesetzt).
Darin beschreibe ich was mich beschäftigt, ärgert oder beeinflusst hat.
Eine Art Abnehmbericht für mich und vielleicht auch für die ein oder den Anderen.

Diesmal geht es um die Waagenfreindin.
Jeder hält es ja da anders, der eine wiegt sich einmal in der Woche, andere noch seltener, weniger wiegen sich gar nicht und manche wiegen sich täglich.
Böse Zungen behaupten es gäbe sogar Abnehmende die sich mehrfach täglich wiegen *hust*.
Mal ist sie Freundin, mal ist sie Feindin: Freindin. DIE Waage. DIE groß geschrieben weil selbst bei all der Abnehmbelastung es noch Menschen gibt die sich aufregen wenn man SIE beschimpft. Von wegen politisch korrekt:)
Ich rede ja nicht nur mit meiner Waage, ich rede mit vielen Gegenständen und Objekten.
Frei nach dem Chaosprinzip: Nur weil wir denken etwas kann nicht so sein muss es nicht so sein.
Nur weil wir denken SIE hört uns nicht, heißt das nicht wirklich das SIE uns nicht hört. Jaja, klingt ein bisschen meschugge.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass öffentlich Jammern nicht viel bringt, denn sobald man der Welt mitteilt, dass das kleine MISTSTÜCK schon wieder kein Minus angezeigt hat, bekommt man nicht nur das dringend erhoffte Mitleid und Hätscheln, sondern sofort steht die Armee der wöchentlich Wieger und Maßbandjunkies in Reih und Glied und erklären dir, täglich wiegen ist total doof.
Hallo, lasst mich bitte bitte wiegen so oft ich will und auch bitte jammern wenn es morgens scheiße läuft beim nackten Gang auf die unnachgiebige Wahrheit.
Zum Glück weiß ich, nach dem ich ja jedes vernaschte Kaloriechen aufschreibe, dass ich mit Defizit nicht zunehme und das die Anzeige ein Trugbild ist zu dem was in Wirklichkeit darunter passiert,
dass sich wieder lauter kleine Wassermolekülchen ganz fest an jeden Muskelriss geklammert haben und fest jedes Kohlenhydrätchen umarmen was ich am Tag vorher zu mir genommen habe.
Dennoch zwischen Wissen und Wahrnehmung insbesondere beim Abnehmen liegen Welten.
Ich weiß, das ich 18 Kilo abgenommen habe aber der Blick in den Spiegel nimmt das ganze sehr viel geringer wahr.
Ich weiß das ich im Defizit war und meine Waagenfreindin zeigt mir 1 Kilo mehr an und ich könnte heulen, fluchen oder einfach auf sie springen und sie mit den restlichen mir zur Verfügung stehenden, von ihr unfreundlich angezeigten Kilos zu Brei stampfen.
Das ist ein Teil des Leides der täglich Wieger/innen.
Jeden Morgen setzt man sich der Gefahr aus, für einen, hoffentlich kurzen, Moment die Fassung zu verlieren.
Positiv wie Negativ.
Und die, die Abnehmen nicht als kurzfristige Stundenbeschäftigung sondern wirklich ernsthaft angehen und über langen Zeitraum, wissen meist nach einigen Wochen, die Tendenz geht nach unten und man wird immer entspannter.
Nach 9 Wochen, nehme ich die Zunahme oder Stagnation meistens mit Gelassenheit. Natürlich finde ich sie nach wie vor doof, aber ich weiß „Drunter geht es weiter“.

Warum täglich, wenn auch wöchentlich ginge? Warum nicht dieses Gefühlschaos minimieren?
Ganz einfach, ich will ein möglichst dichtes und zeitnahes Feedback meines Körpers haben. Ich will im optimalen Fall ein Muster erkennen, wann in welchen Situationen er mit Wassereinlagerungen/Stagnation anspringt.
Und vor allem würde mich ein wöchentliches Wiegen mit einem Rückschlagergebnis sehr sehr viel mehr treffen. Eine Woche Arsch aufreißen um dann ein Plus angezeigt zu bekommen?
Dann meine lieben Mitleser, hätte meine Waage sicher schon ihr schnödes Batterieleben ausgehaucht.
Für mich undenkbar.
Jedoch sehe ich Andersdenkende mittlerweile wesentlich entspannter und ohne Bekehrmodus einzuschalten, an
Sprich, wer sich wöchentlich oder gar monatlich wiegen möchte, soll es machen. Jeder wie er mag! Es gibt kein gesünder oder kranker wiegen.
Ja, vielleicht gibt es leicht zwanghafte Attitüden, beim wirklich oft und häufig wiegen. Aber auch da gilt, solange man selbst damit glücklich ist. Bitteschön.

Dann die Maßbandfraktion.
Ok ihr Lieben.
Ich hab ’ne Menge zum maßbanden. An einem gewissen Punkt angekommen, war ich und bin ich auch immer noch überzeugt, das ein Maßband ein sehr guter Spiegel des Erfolges ist.
Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre.
Es beginnt damit, immer exakt die gleiche Stelle zu messen. Bei meiner ersten Messung war ich so idiotisch und habe gedacht ich zeichne das mit Edding an.
Als Sport machende Dicke und somit Vielduscherin habe ich die Kraft eines Eddings maßlos überschätzt und beim nächsten Maßbandbesuch war natürlich nichts mehr zu sehen von irgendwelchen sexy Strichen.
Nur einfach mal so messen, war nicht, denn selbst aller kleinste Verschiebungen machen Zentimeter aus.
Korrekte Maßangaben? Fehlanzeige.
Dann die aufwendigere Methode. Fotos. Mein Mann musste jede Maßbandstelle fotografieren. (Hoffentlich verliert er niemals sein Handy und es wird entsperrt)
Scheinbar bin ich damit auf der sicheren Seite. Wenn… ja, wenn nicht meine Haut wäre.
Was tun? Maßband so fest zurren wie geht, so locker lassen das es die Haut nur glatt umschmeichelt?
Schon einmal versucht bei hängenden Oberarmläppchen den Umfang zu messen?
Bei schwabbeligen Oberschenkeln? Bei einem Bauch der immer tiefer rutscht?
Nein, liebe Maßbandjunkies:
Das wird für mich nichts und ist im Ende im Feintuning soviel unzuverlässiger als meine Waage je sein kann.

Am Schluß noch ein Wort zu Analysewaagen.
Ich besitze eine 1byone, die ich nach langem Rezensionen lesen gekauft habe und mich bewusst gegen die oft sehr viel hochpreisigeren, bekannteren Analysewaagen entschieden habe. Es gibt eine App dazu, aber auch ohne Handy in der Nähe zeigt sie Gewicht an, allerdings keine anderen Informationen.
Dabei sei zu beachten, wer dazu neigt sich verrückt machen zu lassen mit Körperfettanteilen, Wasseranteilen und Muskelmasse, sollte auf den Kauf einer Körperanalysewaage verzichten und bei einer gut eingestellten Digital wenn nicht sogar Analogwaage bleiben.
Alle Analysewaagen sind ungenau, alle! ob mit Handgriff oder ohne, ob für 300 Euro oder 50 Euro.
Was sie dir allerdings sicher zeigen ist ein Trend, ein grober nachvollziehbarer Trend ob es in die richtige Richtung geht.
Die Analyseanzeige unterliegt täglichen Schwankungen noch mehr als nur die reine Gewichtsanzeige.
Da ist es schon einmal möglich, dass man innerhalb eines Tages auf einmal 200 Gramm angezeigte Knochenmasse mehr hat oder abends 400 Gramm mehr Muskeln.
Deshalb sollte man diese Waagenfreindinnen wirklich mit einem gesunden Menschenverstand und Distanz zu etwaigen Ausbrüchen ansehen, Trend gebend ja und auch motivierend – aber wirklich exakte Angaben: Nein.
Wer seinen Körperfettanteil wissen möchte sollte im entsprechenden guten Fitnessstudio von einem geschulten Trainer oder Alternativ beim Arzt vermessen werden, Waist- Hip Ratio, Körperfettzange und co.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine erfolgreiche Woche und mir natürlich am meisten.
Frei nach dem Motto: Wiegen und Wiegen lassen

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