Wochenbericht 7 – Sport ist Mord

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Woche 7 Bericht – ihr wisst es wird lang, also zum nächsten Programmpunkt schalten wen das nicht interessiert

4 April Start – 125,8 Kilo
23 Mai – 111,1 Kilo
Verlust 14,7 Kilo

7 Wochen, die Zeit verrinnt echt schnell und irgendwie habe ich das Gefühl das meine Tage kürzer werden.
Ausgefüllter. Was nicht wirklich verwundert, meine kleinen täglichen Routinen auf meiner Mission „Weniger ist Mehr“ und mein Sport! Haha, wer hätte das jemals geglaubt das ich sagen kann: Ich mache Sport und dabei nix schön rede oder erfinde.

In all meinen Lebensjahren habe ich immer mit einem neidischen Auge auf die geschielt, die Sport machten aber selbst keinerlei Motivation dazu gehabt.
Im Gegenteil ich konnte gar nicht nachvollziehen, dass man sich vollkommen verschwitzt, knallrot und hechelnd gut fühlend konnte.
Glückshormone von Bewegung? Netter Versuch.
Ich habe es lieber mit Churchill gehalten, der da meinte Sport ist Mord.

Zugegeben irgendwann mit 100+ ist Sport auch nicht mehr die easy peasy lemon squeeze Nummer.
Und irgendwann mit über 120 und erhöhtem Alter kommt noch eine Portion ich nenne es mal beschönigt „Altersschwäche“ dazu.
Hier ein Gelenk was los jammert, da ein Wirbel der schreit und alles was sich in deinem Kopf manifestiert ist: Ich bin zu alt für diesen Scheiß.

Nun haben wir, bzw habe ich die Wahl, gebe ich den Teufelchen auf meiner Schulter recht oder halte ich es mit den Engeln.
Moment mal was ist besser: Produzieren die Teufel den Schmerz? oder reden mir die Engel ein ich soll mich schonen.
Wie es aussieht muss ich wohl alleine entscheiden.
Selbstbestimmung!
So wie ich selbstbestimmt habe fett zu werden? Oder wurde ich gar bestimmt durch die allgegenwärtigen Verlockungen,
die ach so böse Industrie, mein Umfeld, meine 5439 Wehwehchen die ich gerne als Erklärung für meinen Zustand herbeirufe und die letztendlich nur 5439 weitere Ausreden sind oder besser: waren, nichts zu ändern.
Stillstand !
Ja ich habe mich im aller kleinsten Kreise meines Fettseins gedreht, von der Stelle kam ich da nicht. Böse Zungen mögen behaupten das Drehen kein Stillstand ist, richtig und bei jeder Drehung habe ich versucht möglichst viel Kalorien ab zugreifen.
Natürlich unbewusst, natürlich habe ich nicht endlos zugenommen aber was bedeutet das, wenn man als morbid adipös vor dem Spiegel steht und ein paar Schritte zurück gehen muss um sich ganz zu sehen.
Wenn das Spiegelbild alles ist nur nicht das wie du dich siehst.
Schlaff, fett, unförmig, antriebslos, alt und innen drin: jung, energetisch, frisch und mindestens die Hälfte schlanker.
Aber auch mit dem SpiegelMeidenSyndrom gerne co existierend mit dem HeuteKeinfotoVonMirGebrechen der erste Gang an einem Schaufenster vorbei kommt und wenn du vorher noch so viele Spiegel gemieden hast, der Blick auf die moderne Auslage in Größe 38, der abprallt an der Glasscheibe die diese kleine Frikadelle mit Beinen wiederspiegelt.
Das bin ich? ICH?

Aber auch diesen Schock und dieses Bewusstsein habe ich weiter verdrängt.
Es wurde ein Crosstrainer gekauft, den ich auch mindestens 2 Wochen lang viel benutzt habe.
Und dann regelmäßig einmal die Woche: Abgestaubt.
Immer wieder neue Vorsätze, ich geh mehr mit den Hunden, ich kauf nicht mehr soviel Mist, ich muss unbedingt, ich sollte unbedingt, ich kann nicht weil, ich kann nicht aber…

AM Computer sitzen und zocken, mit Leuten chatten, im Teamspeak reden und immer mal wieder kommt ne Ansage, ich geh nun off, muss noch zum Sport oder komm grad aus dem Studio, war grad Laufen…
Und ich… ah muss ich nachher auch noch… blablabla.

Irgendwann im Februar oder März diesen Jahres kauften wir zu dem nicht benutzten Crosstrainer ein Laufband.
Yeahhh, viel Fläche zum abstauben.. Nein, im ernst, der Wille war da und jemand mag sich fragen wieso Laufband, die wohnen doch auf dem Land, alles wunderschön da.
Nun wir haben wirklich hier in Irland häufiger Regen und vor allem hier an der Küste viel hügliges, da wird selbst langsam gehen zum kriechen für jemanden wie mich.
Der Gedanke war, Bewegung ohne Ausrede.
Und tatsächlich ich bin drauf, täglich, dann hat es mich nieder gerafft mit einer fetten Grippe und dann war der Fluss raus.
Und wer glaubt ich hätte Spaß gehabt am Laufbandtraining, weit gefehlt. Da ist nix mit Glückshormonen, Freude, Stolz. Nicht vorher, nicht nachher und auch nicht mittendrin!

Meine Tochter Miriam, die ich einfach nur bewundere für ihre Sportlichkeit (und ihr Figürchen) hat von klein auf Sport gemacht, Handballverein, Liga, Krafttraining, Laufen, Work outs.
Und sie sagte so oft: Mama mach es du fühlst dich gut danach.
NEIN, ich fühle mich nicht so. Meine Knochen schmerzen, mein Herz rast, meine Schläfen hämmern und ich fühle mich Scheiße.
Aber irgendwann gibt man auf das zu antworten.

Am 4 April also vor 7 Wochen habe ich aufgehört, JA zum Nein zu sagen.
Ich bin wieder auf das Laufband, einmal am Tag 30 Minuten. Nicht jeden Tag, manche habe ich auch mit Hunde walken kompensiert.
Einmal am Tag 30 Minuten Bewegung erscheint dem ein oder anderen wahrscheinlich lächerlich und genau betrachtet ist es das auch.
Aber mich hat es schon an meine Motivationsgrenze gebracht.

Ich lese sehr oft auch in meiner „Abnehmgruppe“ : Stecke die Ziele nicht zu hoch!
Das ist für mich zumindest gaaaaanz falsch, ich bin in allem (bis auf den Sport) eine Wettkampfsau.
Ich will gewinnen, ich will etwas schaffen wenn ich begonnen habe, ich brauche die Herausforderung.
Mein Ziel ist Heiligabend 65 Kilo zu wiegen. Dieses Jahr. Ich weiß das es etwas utopisch ist, aber es spornt mich an.
Utopisch ist nicht Aussichtslos.
Utopie ist eine Vision, ein Zukunftsplan, etwas was momentan noch in den Sternen steht aber durchaus auch erfüllbar sein kann.
Und so geht es mir nun mit Sport.
Mein erstes großes Ziel war und ist unter 110 Kilo zu kommen, gefolgt von dem unter 100.
109,9 Kilo wollte ich bis am Freitag wiegen , mein Plan scheint utopisch, denn selbst heute Dienstag fehlen mir immer noch 1,2 Kilo.
Aber da wäre ja noch Sport und momentan bin ich bei 1,5 Stunden fix jeden Tag und toppe noch 30 Minuten bis 1 Stunde oben drauf seit gestern.
Ich WILL das erreichen.
Und falls nicht, fällt das nicht in die Kategorie: Versagen, sondern in die Kategorie: Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Willensstärke, Alles versucht haben.

Vorgestern Abend war ich bereits im Bett als ich dachte: Ach komm eigentlich bist du noch fit genug noch ein bisschen aufs Laufband zu gehen,
ich wieder aus dem Bett raus, Laufschuhe an und rauf 45 Minuten.
Und da geschah das Wunder!
Ich war glücklich danach, Glückshormone durchströmten mich, hach wie romantisch, ein breites Grinsen beim Anblick in den Spiegel und mein hochroter Kopf sah irgendwie verdammt sexy aus.

Ach ja und mein Crosstrainer wird immer noch abgestaubt einmal die Woche, aber jeden Tag nun benutzt Eure Anja

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